FGUD – Forschungsgesellschaft Urgeschichtliche Details

gegründet am 1. Februar 2009 von Zatoz Nondik

E) Atlantis

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E) 3. Oreichalkos 
(aus dem Buch von Zatoz Nondik "Von 2012 bis Oreichalkos")

Eine der bekanntesten, aber nach wie vor rätselhaften Substanz aus der Atlantismythologie ist Oreichalkos. Vom Griechischen übersetzt soll das deutsche Wort dafür Goldkupfererz, Bergerz oder Bergkupfer lauten. Es ist fraglich, ob dieser Begriff seinerzeit richtig nach Ägypten überliefert und richtig ins Griechische übertragen wurde und ob der Priester des urzeitlichen Sais in Nordägypten oder die Griechen von Solon bis Platon den sachlichen Inhalt des Begriffes kannten. Für sie war Oreichalkos einfach der Begriff einer Substanz, die es auf Atlantis gab, die nach dem Golde am höchsten geschätzt wurde, mit der Stein, Holz und anderes wie mit Salböl überzogen werden konnte.

Weitere Erklärungen des Begriffes Oreichalkos sind Messing oder Bernstein. Andere, unzählige esoterische und spirituelle Interpretationen werden im Folgenden nicht betrachtet, weil sie keinen Erkenntniszuwachs ergäben. In jedem Fall passen sämtliche Übersetzungen und Deutungen aus physikalischer, technischer Sicht nicht annähernd zu den Beschreibungen des Oreichalkos in den Primärtexten von Platon, mögen sie wie auch immer übersetzt worden sein.

Die wesentlichen Texte in der sekundären Literatur bezogen auf die Merkmale von Oreichalkos lauten wie folgt [Q.1]:

  1. "Die Mauer endlich, welche um den äußeren Wall herumlief, fassten sie ihrem ganzen Umfang nach mit Erz ein, indem sie dasselbe gleichsam wie Salböl anwandten, die um den inneren aber umschmolzen sie mit Zinn, endlich die Burg selbst mit Goldkupfererz, welches einen feuerähnlichen Glanz hatte."
  2. Was aber das Innere anbetrifft, so konnte man die elfenbeinerne Decke ganz mit Gold und Goldkupfererz verziert sehen, alles Andere an Säulen und Estrichen überkleideten sie mit Goldkupfererz."
  3. "…, das meiste aber zum Lebensbedarfe bot die Insel selbst dar: zuvörderst alles an Metallen, was aus der Erde gegraben wird, sei es fest oder schmelzbar, darunter jene Metallart, die jetzt nur mehr als Name genannt wird, damals aber mehr als nur ein Name war, nämlich das an vielen Orten der Insel aus der Erde geförderte Bergerz, das bei den damaligen Menschen außer dem Golde am meisten geschätzt wurde.

Aus physikalischer, technischer und technologischer Sicht ergibt sich daraus zuerst folgende, einfache Frage. Wie kann man Mauern, Säulen, Interieurs, Estrich usw. mit Oreichalkos überkleiden, indem man es wie Salböl anwendet? Die Antwort lautet: "Man kann es nur, wenn das Oreichalkos flüssig ist oder zeitweise flüssig gemacht werden kann und wenn es nach der Anwendung einen festen Zustand einnimmt.

Es sind gegenwärtig einige Legierungen aus verschiedenen Metallen mit niedrigem Schmelzpunkt bekannt, die bereits bei Temperaturen unter 100 Grad Celsius flüssig werden. Inwieweit die Atlanter diese oder andere Metalllegierungen kannten, deren Schmelzpunkt möglicherweise noch niedriger war, sei dahingestellt. Jedenfalls muss das Oreichalkos, wenn es eine schmelzbare Substanz wäre, bei einer höheren Temperatur schmelzen als die Temperaturen, die vorzugsweise im Sommer, bei vollem Sonnenschein auftreten können, ansonsten würde ein Überzug aus dieser Substanz "abfärben" oder heruntertropfen. Nimmt man der Einfachheit an, es gäbe eine Substanz mit einem Schmelzpunkt von fünfzig Grad, dann würde eine weitere Schwierigkeit auftreten. Der zu verzierende Gegenstand müsste nämlich ebenfalls auf die gleiche Temperatur gebracht werden, wenn die geschmolzene Substanz wie Salböl dauerhaft aufbringbar sein soll. Also müssten zum Beispiel die Mauersteine auf mindestens fünfzig Grad erhitzt worden sein. Eine solche Technologie ist großflächig kaum realisierbar. Das gleiche gilt für geschmolzenen Bernstein. Es funktioniert einfach nicht, mit annähernd vertretbaren Aufwand eine größere Menge von Metall oder Bernstein sowie das zu verzierende Objekt dauernd mit soviel Wärme zu versorgen, bis ein glänzender Überzug wie mit Salböl aufgetragen werden kann. Das Oreichalkos muss also etwas anderes als schmelzflüssiges Metall oder Bernstein gewesen sein.

Wie muss die Beschaffenheit des "etwas anderen" gewesen sein? Es muss wie bereits dargestellt:

  1. wie Salböl auftragbar gewesen sein,
  2. auf verschiedenen Materialien gehaftet haben,
  3. im Freien und auch im Hause verwendbar gewesen sein,
  4. auf der Insel vorgekommen sein,
  5. feurichen Glanz hervorgebracht haben,
  6. fast so wertvoll wie Gold gewesen sein,
  7. gold – kupferfarben gewesen sein.

Welches Material hätte solche Eigenschaften? Es gibt ein Material mit diesen Eigenschaften. Es wird Japanlack genannt. Japanlack oder auch Rhuslack ist ein nachgewiesenermaßen seit Jahrtausenden bekanntes Naturprodukt und wird bis heute angewendet [Q 2]. Diesen Lack gewann man in Asien bereits vor mindestens sechstausend Jahren aus Bäumen, die damals weit verbreitet gewesen sein sollen. Aus der weiten Verbreitung lässt sich auch das Vorkommen des Lackbaumes oder dessen Vorfahren auf Atlantis schlussfolgern. In China sagte man außerdem: "Wer tausend Lackbäume besitzt, dem bleibt kein Wunsch mehr offen."

Die Besonderheiten und die Beliebtheit dieses Lackes bestehen in Folgendem. Er ist äußerst leicht, wasser- und hitzebeständig, wird nicht von Säuren angegriffen, glänzt, ist glatt und besitzt eine ideale Oberfläche zum Bemalen sowie zum mehrfachen Überlackieren. Er lässt sich wie Elfenbein schnitzen und bietet einen sicheren Materialschutz. Archäologen haben Dosen, Schalen, Vasen, Haushaltgeräte und Schmuckstücke gefunden, die über zweitausend Jahre in Schlamm und Wasser lagen, und die gereinigt, wie neu aussehen. Der Japanlack erfreut sich bis in die Gegenwart größter Aufmerksamkeit. Mit ein paar "Klicks" im Internet kann man sich davon überzeugen.

Hergestellt wird der Japanlack aus einer natürlichen, kolloid - dispersen Emulsion, dem weißen Milchsaft des Lackbaumes (siehe Bild E3). Dieser Saft wird auf Japanisch Urushiol genannt. Er besteht zu drei Vierteln seiner Masse aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, die unter bestimmten Bedingungen polymerisieren und eine feste, unlösbare Masse bilden.

Bild E3

Hat nun Platons Oreichalkos eine größere Ähnlichkeit mit dem mystischen, nicht weiter erklärten Bergerz oder mit dem Japanlack, der so beschaffen ist, wie es das Oreichalkos gewesen sein könnte:

  1. wie Salböl:
    Japanlack hat eine pastöse Konsistenz und kann je nach Verwendungszweck zum Beispiel mit Terpentinöl salbölähnlich verdünnt werden
  2. auf vielen Materialien haftend:
    Japanlack haftet auf Metallen, Holz, Stein und vielen anderen Materialien
  3. sowohl im Freien als auch im Hause verwendbar:
    Die Hitzebeständigkeit und Wasserfestigkeit des Lackes gewährleistet diese Verwendbarkeit
  4. auf der Insel vorkommend:
    Der Lackbaum war weit verbreitet, auch auf der japanischen Insel. Warum sollte er nicht auf der Insel Atlantis gewachsen und angewendet worden sein? Zumal dieser Baumsaft zum polymerisieren ein Temperatur von 25 bis 30 Grad Celsius und hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Beide Bedingungen waren auf Atlantis, mitten im Atlantik, sicher von Natur aus gegeben; also ideal zum Verzieren "endlich der Burg selbst" geeignet.
  5. feurichen Glanz hervorbringend:
    Mit Japanlack behandelte Oberflächen sind wie poliert, glatt und glänzend. Sie reflektieren und brechen das Licht, so dass die lackierten Teile glänzen und schillern und strahlen als ob sie brennen würden.
  6. fast so wertvoll wie Gold sein:
    In China sagte man früher: "Wer tausend Lackbäume besitzt, dem bleibt kein Wunsch mehr offen." In Deutschland kostete im Februar 2008 eine 100 g - Tube Japanlack 39,27 €uro [Q 3].
  7. gold-kupferfarben:
    Der Japanlack (naturell) hat eine goldgelbe bis bräunliche Farbe, ähnlich dem Bernstein. Wenn damit Silber oder, Messing lackiert wird, kommt jedenfalls ein goldener Glanz hervor.

Weiterhin kann man, mit etwas Fantasie aus dem japanischen Wort "URUSHIOL" das griechische Wort "OREICHALKOS" ableiten. Diese Ableitung ist insofern mehr als nur eine reine Spekulation, weil Sprachwissenschaftler herausgefunden haben, dass die Wurzeln der japanischen Sprache mit anderen alten Sprachen viele Gemeinsamkeiten haben. Warum sollte die Sprache der Atlanter nicht auch ihre Spuren in anderen Sprachen hinterlassen haben? Kein geringerer als der Sprachforscher Charles Berlitz schrieb: "Die frühere Hof- und Verwaltungssprache der Inkas, das Quetschua, die noch heute von den Indianern im Hochland der Anden gesprochen wird, zeigt eine gewisse Verwandtschaft mit soweit entfernten Sprachen wie dem Baskischen und dem Japanischen. Noch auffallender ist, dass es in der Sprache von Hawaii und im alten Griechisch übereinstimmende Worte gibt" [Q 4].

Diese Ableitung sieht folgendermaßen aus:

  • Von geografischen Gebieten abhängige Lautverschiebungen sind nicht ungewöhnlich. Außerdem wird in Ägypten das gesprochene U mit einem O beschrieben. Zum Beispiel sprechen die Ägypter das Wort für Danke "Schukran" aus und schreiben "Schokran". So wird aus Urushiol OROshiol;
  • Im Altgriechischen wird betontes O als Ablaut zu gedehntem E und dieses E im zusammengesetztem Wort zu EI , also OREIshiol;
  • Das asiatische (gesprochene) SHI wird europäisch als CHI geschrieben. Außerdem entfällt in der griechischen Sprache das i bei Zwielauten wie io, also OREICHol;
  • Unbetontes O wurde (wird) auf Griechisch offen, also wie A gesprochen und wahrscheinlich auch so aufgezeichnet, also OREICHAL, - Mit dem typisch griechischen Wortausgang "kos" ergänzt, ergibt sich schließlich OREICHALKOS.

Folgende, weitere Argumentation macht deutlich, dass Oreichalkos tatsächlich eine salbölähnliche Flüssigkeit gewesen sein muss [Q 5 / 6 / 7]. Alle Übersetzungen des zusammengesetzten Wortes "oreichalkos" aus dem Griechischen lauten Berg- von orei- abgeleitet, und -erz (oder -kupfer oder -metall), von -chalkos abgeleitet. Äußerlich erkennt man nicht, wie das erste Ausgangswort des zusammengesetzten Wortes zu betonen war, weil im Griechischen das Betonungszeichen des ersten Wortes bei zusammengesetzten Wörtern verschwindet. Auch erkennt man das Geschlecht des Ausgangswortes nicht mehr, weil sächliche und männliche Substantive im Dativ den gleichen Wortausgang "…ei" aufweisen. Demzufolge wurde offenbar dem orei- fälschlicherweise der Wortstamm to oroz mit einem Betonungszeichen über dem ersten o zu Grunde gelegt und dadurch mit "Berg" übersetzt. Richtigerweise muss der Wortstamm o oroz (endbetont) für die Übersetzung verwendet werden. Und dieser Wortstamm bedeutet in der Übersetzung "Molke". Wahrscheinlich konnten die Übersetzer mit diesem "Molke" inhaltlich nichts anfangen und entschieden sich deshalb für "Berg". Aber "Molke" ist im heutigen, chemischen Verständnis eine weiße, koloid - disperse Emulsion von Albumin und Laktose also formal und konsistentiell dem rohen Baumsaft Uruschiol gleich.

Auch "chalkos" muss in der Übersetzung nicht zwingend Erz (oder Kupfer oder Metall) lauten, sondern kann auch mit ehern, fest, stark übersetzt werden. Außerdem wird ein Denker wie Platon nicht von einer Substanz geschrieben haben (ob freie Dichtung oder Wahrheit, sei dahingestellt), die physikalisch, technisch und technologisch nicht funktioniert. Im Gegensatz dazu ist es nicht abwegig, im Zusammenhang mit der Ausschmückung der Burg neben Gold, Silber und Kupfer auch den wertvollen Lack (der aus dem milchigen Saft der Lackbäume gewonnen wurde) zu nennen ohne daraus zu schlussfolgern, der Lack sei Metall.

Diese Übersetzung mit Milch oder Molke und ehern, fest, stark entspricht der Tatsache, dass besonders das Altgriechische als stark reflektierende Sprache bezüglich der Bedeutung tragenden Wortstämme vielseitigen Wandlungen unterworfen sein kann und nicht formal übersetzbar ist. Mann muss für eine richtige Übersetzung auch den Sinn kennen. Jedenfalls ist es nicht abwegig, den Saft des Lackbaumes mit Milch oder Molke zu bezeichnen, die fest wird. Bezeichnet man doch auch den natürlichen Rohstoff des Kautschuks als Latexmilch. Darüber hinaus ist es ebenfalls nicht abwegig Molke "aus der Erde zu schürfen", weil der molkeähnliche, milchige Saft der Lackbäume in Behältern, die in die Erde eingegraben sind, gesammelt, kühl gelagert und sedimentiert (gereinigt) sowie zur späteren Verwendung an vielen Stellen (bei den Lackbauern) aus den unterirdischen Behältern "ausgegraben" oder "geschürft" wurde, je nach Auslegung des Übersetzenden. Letztlich braucht man nur "Molke" auf die zu verzierende Fläche wie Salböl aufzutragen und bei warmen, feuchten Wetter polymerisieren zu lassen oder einfach ausgedrückt fest werden zu lassen, damit ein beständiger, glänzender Überzug entsteht.

Die logische Schlussfolgerung besteht damit in Folgendem: "Oreichalkos" bedeutet in Kurzfassung "Schutzlack" und nicht "Bergerz", oder umfassend ausgedrückt "molkeähnlicher Baumsaft, der durch natürliche Polymerisation einen festen, beständigen, nichtauflösbaren Überzug bildet".

Quellenverzeichnis

[Q 1] Platon: Timaios und Kritias, Atlantis-scout.de, gelesen am 03.01.2008
[Q 2] und Bild 7 Eduardo Fazzioli: Des Kaisers Apotheke,
Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1989
[Q 3] Artikelnummer 716241, URUSHI LACK] DICK GmbH, Onlineshop
Januar 2008
[Q 4] Charles Berlitz: Geheimnisse versunkener Welten,
Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1996
[Q 5] Platon: Timaios. Kritias. Philebos. Platons Werke in 8 Bünden,
Bd. 7 In Altgriechisch und Deutsch, Wissensch. Buchgesellschaft
Darmstadt 1972
[Q 6] Taschenwörterbuch Altgriechisch Langenscheidt,
KG Berlin, München 2007
[Q 7] Kurzgrammatik Altgriechisch, Langenscheidt KG Berlin,
München 1981

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